Bono – zarte Seele und brennendes Herz
5 Jahre, männlich, 60 cm, 28 kg, gesund, kastriert, geimpft.
Bono – das ist ein Herz, das brennt. Stürmisch wie ein großes Kind, zart wie der sanfteste Haushund, herb wie ein Hund, der sein ganzes Leben in einer Tierheimzelle verbracht hat. Einer Zelle, ausgesetzt der winterlichen Kälte, dem Unwetter und der Sommerhitze, Jahr für Jahr. Bono hat wenig gesehen, wenig erfahren. Von all seinen Freuden bleibt ihm ein Spaziergang mit seiner Ehrenamtlichen Sveta – einmal in der Woche: zwanzig Minuten Freiheit, wenn es gut läuft, denn Sveta hat viele Schützlinge. Aber ihr müsstet sehen, wie Bono sich über diesen Spaziergang freut, wie er den Augenblick zu leben versteht, wie er dankt – indem er Sveta mit seiner langen, rauen Zunge ins Gesicht küsst und sie mit seinen großen Pfoten umarmt. Solche Freude im Tierheim zu bewahren, das ist eine Kunst!
Unser Bono hat es geschafft – durch all die Jahre hindurch. Nur mag Bono keine anderen Hunde, er akzeptiert sie nicht. Nicht mit der grausamen Kaltblütigkeit eines Mörders, nicht heimlich, nicht leise, wie es bei echten Aggressoren der Fall ist! Nein, Bono stürmt laut, krawallig, mit Gebell, ganz wie auf dem Dorf, auf den Fremden zu. Er kann sich prügeln. Und das ist schade, denn genau diese unangenehme Eigenschaft steht Bono so sehr im Weg, ein Haushund zu werden. Sie hindert ihn daran, seinem Menschen all seine ungeteilte Hingabe und Liebe zu schenken, ihn zu verwöhnen, zu danken und sich zu freuen. Aber hat Bono nicht noch eine Chance? Immerhin lebt er mit seinen Nachbarinnen im Zwinger zusammen, und in diesem Zwinger ist kein Blut geflossen – er verhandelt, praktiziert Diplomatie, spielt manchmal sogar.
Nur Fremde mag er nicht. Vielleicht liegt es daran, dass sich nie jemand mit Bono beschäftigt hat, ihm nie erklärt hat, wie man sich richtig verhält? Im Tierheim bleibt keine Zeit für Erklärungen, dort zählt nur das nackte Überleben – und selbst das gelingt nicht immer. Und auch wenn es nicht immer klappt – Bono ist immer offen, immer fröhlich, glücklich, naiv, und empfängt Sveta mit ganzer Hingabe. In diesen Momenten kann Bono tollpatschig, stürmisch, überemotional sein. Und um ihn zu bändigen, braucht es körperliche Kraft. Aber es sind doch gute Gefühle, und nach fünf Minuten Spaziergang legt sich die Aufregung, es bleibt nur die Dankbarkeit. Am Tag seines einzigen wöchentlichen Ausflugs, voller Freude, strebt Bono hinaus ins Feld, wo man ihn von der Leine lassen wird, und er wird laufen – ein wenig unbeholfen, aber voller Glück und ausgiebig. Ohne Leine laufen und ohne Leine ins Tierheim zurückkehren …
Denn Bono, obwohl ein großes Kind, ist klug, aufmerksam und ein verlässlicher Freund, den man nicht zweimal rufen muss: Er wird euch selbst im Blick behalten! Er macht einen Bogen – und kommt zu Sveta zurück, um sie dankbar zu umarmen. Bono ist so – lebendig und aufrichtig, komisch und stark, obwohl er sein ganzes Leben im Tierheim verbringt. Und dieses Leben hat ihn nicht verhärten, gleichgültig, verbittert oder distanziert werden lassen! Durch all die Jahre, bei jedem Wetter, begegnet uns derselbe Bono – fröhlich und glücklich. Bono kennt kein anderes Leben und versteht es, kindlich über das Wenige zu jubeln, was er hat. Wir möchten glauben, dass ein Leben zu Hause, Liebe und Beschäftigung Bono gegenüber fremden Hunden milder machen werden. Denn Liebe kann vieles bewirken, wie es so oft bei Hunden der Fall ist, die geliebt werden. Wir beantworten gerne alle weiteren Fragen zu Bono, drehen Videos und machen Fotos von ihm. Bitte schaut euch Bono an – und er wird euch all die Liebe und Treue schenken, die er in sich trägt.
